.:Die Suche nach der perfekten Linie:.
Christian Leupold ist vermutlich der leiseste Künstler Mannheims. Stets auf seine eigenen Ideen in der Bildhauerei und der Malerei konzentriert, zeigte er seine Werke bisher kaum der Öffentlichkeit. Als Steinmetz, als solchen ihn auch die meisten in Mannheim kennen, steht er im Schaffensprozess seinem Werk ganz nahe. Christian Leupold erdet uns, sein Stil reduziert auf Ursprüngliches, seine Werke sprechen für sich und ebenso möchten wir den Künstler für sich sprechen lassen.
Was erwartest du von der Kunst?
Dass sie in anderen Menschen etwas auslöst. Was, liegt außerhalb meiner Kontrolle. Ich möchte mich psychisch und physisch daran abarbeiten und dabei ich selbst bleiben.
Provokation langweilt mich, sie ist lächerlich in der Kunst. In unseren Breitengraden ist Provokation nicht mehr möglich. In Freiheit ist keine Provokation möglich.
Was bearbeitest du in deiner Kunst?
Freiheit, Liebe, Tot und Familie sind die Hauptthemen meiner Kunst. Alles andere ist zu theoretisch. Das ist, was uns alle bewegt. Konzeptkunst ist fern der Realität. Kunst ist inzwischen zu abstrakt geworden, wenig intuitiv. Damit stellen sich die Künstler auf eine Stufe, auf der sie eigentlich nicht stehen sollten. Das ist anmaßend. Meine Arbeiten haben meistens keine Titel. Das ist die Freiheit, die die man dem Betrachter geben sollte. In meiner Kunst steht die Intuition im Vordergrund, ich arbeite fast nie nach Entwurf, wenig konzeptionell.
Was möchtest du in deiner Ausstellung zeigen?
Die Ausstellung ist ein Querschnitt durch mein Leben und Erleben der letzten vier Jahre in Mannheim. Ich hoffe, dass viele Leute kommen, die mich als Künstler viele Jahre kennen und keine Ahnung haben, was ich eigentlich mache. Ich möchte den Leuten, die mich als Freak seit Jahren kennen und vielleicht mögen, zeigen, was in dieser Zeit in Mannheim entstanden ist.
Was ist für dich wichtig für die Zukunft bzw. für die Gegenwart?
Ich lebe im Augenblick und mein Versprechen an die Zukunft ist, dass ich nicht aufhören werde. Ich möchte die Gelassenheit, die ich inzwischen erfahren habe, behalten. Ich wünsche mir, dass ich keine Sicherheitsbedürfnisse entwickele. Sicherheit geht immer einher mit Kompromissen, was ich in der Kunst nicht eingehen möchte.
Warum stellst du so selten aus?
Ich zeige den Leuten etwas echtes, womit sie sich identifizieren können, weil ich es kann. Ich möchte nicht, dass sich der Betrachter vorher zu meiner Kunst bilden muss. Es geht in letzter Zeit zu oft darum, Kunst als Statussymbol zu konsumieren, sie ist zu einem Geschäft geworden mit zu vielen Produzenten und Konsumenten, wobei der Konsum im Vordergrund steht.
Wie soll deine Kunst sein?
Ich würde mich immer wieder zugunsten der Qualität entscheiden. Ich finde es zu wenig, als Künstler einfach eine Idee zu haben und von anderen umsetzen zu lassen. Das ist nichts weiter als Industrie. Der Künstler als Quelle einer Idee ist mir zu verkopft. Der Hype, der daraus entsteht ist lächerlich.
// Elena Horkova für zypogh
